Ein Kommentar

  • Udo Andres

    Während in den frühen Morgenstunden des 21.Mai in ganz Lippe Überschwemmungen auftraten, mussten auch die Kanuten des Kanu und Segel Clubs Lemgo fast hilflos zusehen, wie ihr Bootskeller in den Fluten unterging. Da die Hochwasserwelle so schnell und heftig kam, blieb keine Zeit, alle Vereins- und Privatboote rechtzeitig zu bergen. Mit Mühe konnten einzelne Boote, die in ihren Lagern eingeklemmt waren, geflutet und geborgen werden. Ohne Schäden blieb dies für mehrere Boote leider nicht. Glück im Unglück hatte der Zehner-Canadier „Lipperland“. Nach seiner mehrjährigen Restaurierung konnte das 50 Jahre alten Holzbootes ohne neue Schäden aus dem vollgelaufenen Keller gerettet werden. Auf Grund seiner Lagerung kopfüber konnte er fast mühelos schwimmend ins Freie gelangen. Weniger Glück hatte ein Zweierkayak, der sich so verkeilt hatte, dass er nicht geborgen werden konnte. Mehrere Bruchstellen im Oberdeck und eine aufgeplatzte Seitennaht lassen den Druck erahnen, dem das Boot ausgesetzt war. Nach eineinhalb Stunden Arbeit in der kalten Schlammbrühe mussten die Kanuten erst mal aufgeben und auf sinkenden Wasserstand warten.

    Bereits am Nachmittag trafen sich die Helfer wieder, um eine erste Bestandsaufnahme zu machen. Reinigungs- und Aufräumarbeiten begannen und bereits am späten Abend war der Bootskeller wieder so sauber, dass zumindest ein Teil der Boote zurück in ihr Lager konnten. Zwei Tage nach dem Hochwasser ist kaum noch zu sehen, was sich am Dienstagmorgen abgespielt hat. Nur der graue Schleier auf der Wiese, das Getränkelager im Clubraum und der Luftentfeuchter im Keller lassen Vermutungen zu. Natürlich bleiben nach jede Menge Arbeiten für die nächsten Tage und Wochen: Vom Reinigen verschlammter Türschlösser und Rasenmäher, Auswechseln gebrochener Fensterrahmen, Wände verputzen bis zur Reparatur der beschädigten Boote.
    Ein gutes Ende hat hoffentlich die Rettungsaktion eines kleinen Baumläufers am Bootshaus gefunden. Von den Eltern zum Fliegen animiert stürzte der kleine Kerl in die Fluten und drohte abgetrieben zu werden. Nach der Rettung aus brusttiefem Wasser folgte ein zweiter Flugversuch. Dieser endete in der vollen Regenrinne, wo er erneut von einem hilfreichen Kanuten aufgefischt und unter Zetern zu Fuß zu den Eltern in die nahe Weide gebracht wurde. Ob er mittlerweile fliegen kann ist nicht bekannt; schwimmen klappte nicht.
    Für den Kanu und Segel Club Lemgo bleibt kaum Zeit über das Hochwasser und seine Folgen zu philosophieren. Schon für den 6. Juli ist das Sommerfest geplant, zu dem auch das 70. jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden soll. Schön wäre es, wenn der Flusslauf dann vom Bootshaus bis zum Langenbrücker Tor ohne Hindernisse befahrbar wäre und auch genug Wasser die Bega hinunter fließ. Es darf aber gern etwas weniger als am Dienstmorgen sein.

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